Reportage aus Kolumbien
Eine Reise durch Kolumbien mit Michel Jenal (Filialleiter ESL Basel)
Fünf Monate arbeitete ich bei der Agentur ESL für Sprachaufenthalte in Panama City. Von dort aus reiste ich für das Unternehmen nach Kolumbien, um neue Sprachschulen ausfindig zu machen. Ein Traum wurde war: Meine erste Geschäftsreise und erst noch in ein südamerikanisches Land.
10 Tage, drei Städte und viele unvergessliche Eindrücke...
Bogota – die Hauptstadt schwebt auf Wolken...
Touch the sky...
Von Panama aus mit dem Flugzeug erreichte ich Bogota, die Hauptstadt Kolumbiens in schon 2 Stunden. Der Anflug auf den modernen Flughafen ist atemberaubend. Bogota, liegt auf einem Hochplateau auf 2’600 M.ü.M. Ich hatte das Gefühl als streifen wir jeden Moment die Berge… Als Schweizer dachte ich an die dünne Luft gewohnt zu sein. Doch schon am ersten Tag musste ich mich kurz an einem Laternenpfahl festhalten und mir eingestehen, dass auch ich mich an das Klima und die Höhe erst mal anpassen muss.
Monserrate – eine atemberaubende Aussicht
Mit der Gondel geht’s steil nach oben auf die Bergspitze namens Monserrate. Sie sind stolz auf diesen Ort und dies zu Recht. Oben angekommen erwartet Dich eine sagenhafte Aussicht über ganz Bogota. Von dort aus konnte ich mir endlich ein Bild von der Stadt machen. Denn unten mitten in der 7-Millionen-Stadt, fiel es mir manchmal schwer, mich zu orientieren.
Pulsierende Beats und funky Vibes
Tanze bis die Sonne aufgeht.. Das Nightlife in Bogota ist fantastisch! Du kannst abtanzen zu was Du gerade Lust hast: Sei es an einer funk-night, zu old school hip hop oder in einem der vielen elektrisierenden Technoclubs. Natürlich konnte ich es nicht lassen mit der einen und anderen kolumbianischen Schönheit Salsa zu tanzen... Tanzen gehört zu ihrem Leben, den Körper sinnlich zum Rhythmus zu bewegen liegt in ihren Genen.
Eine Party, eine Mine..
Sehr aufregend war die Technoparty mit ungefähr 10’000 Menschen in einer ruhegelegten Mine. Der Bergstollen bebte, die Videoprojektionen auf den kalten Stein hauchten Leben ein... Diese Party wird schon seit einigen Jahren jährlich, meistens ende Juni, von zwei Deutschen organisiert. Es kommen Dj’s aus aller Welt. Es ist eine der verrücktesten Elektro Partys die ich je gesehen habe.
Ein Steak, das wie Butter auf der Zunge vergeht...
Die "Zona-Rosa" ist ein Muss. In diesem Quartier reihen sich schicke Bars und Gourmet-Restaurants aneinander. Dort habe ich in einem argentinischen Restaurant das zarteste Fleisch meines Lebens gegessen. Das Restaurant "Andrescarnederes" ist über die Landesgrenze hinaus bekannt. Dort kannst Du Mitteilungen an andere Gäste mit dem Fahrradpostdienst zukommen lassen. Das Restaurant ist so gross und doch so klein. Denn es hat Platz für 300 Gäste. Die Räume sind so aufgeteilt, dass nie mehr als 20 Leute im gleichen Raum sitzen.. Das kann ich nicht in Worte fassen, das muss erlebt werden!
Sicher, sauber und organisiert
Bogota ist das Wirtschaftszentrum von Kolumbien. Natürlich profitiert die Stadt vom jährlichen Wachstum und wird auch von Jahr zu Jahr sicherer, organisierter und sauberer. Ich hatte selten ein ungutes Gefühl wenn ich alleine unterwegs war. Natürlich kommt es auf das Viertel darauf an. Man kann jedoch sagen, dass ab der 100-sten Strasse die Stadt als sicher gilt. Bogota ist sehr sauber, ich fühlte mich schon fast wie in einer europäischen Stadt. Es beeindruckte mich, dass der Abfall sogar auf öffentlichen Plätzen mit Glas, Alu und sonstigem getrennt wird. Auch dass jeden Sonntag 120 km Strassennetz für Fahrradfahrer und Fussgänger abgesperrt werden. Der Bürgermeister von Bogota hat noch viel vor und ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch.
Cali – Kolumbien für dich ganz allein...
Du wirst in Cali wahrscheinlich keinen einzigen Touristen antreffen. Genau deshalb zeigt Dir Cali auch am besten wie Kolumbien tickt, wie dieses Land leibt und lebt. Kann gut sein, dass Du von einer Familie spontan auf der Strasse zum Essen eingeladen wirst oder eine hübsche Kolumbianerin dich zum Tanz auffordert.
Gastfreundschaft pur
Ich betrete eine Bar, ein Büro, einen Bus – wirklich egal, ich werde mit einem Lächeln begrüsst. Es scheint als wollten sie sich gegenseitig übertreffen, als gäbe es einen Preis für den freundlichsten Kolumbianer. Fast überall wird man herzlich begrüsst, "bienvenido Señor" oder sie sagen "con mucho gusto" was soviel heisst wie "sehr gerne". Ein nein hört man selten...
Jesus ist überall...
Hoch auf einem Berg, steht eine Statue. Die Arme weit über Cali ausgestreckt, schützend, auf jeden Fall einen Besuch wert! In den Autos, im Wohnzimmer, auf den Toiletten - überall hängen Bilder von Jesus. Er scheint allgegenwärtig zu sein. Ein Taxifahrer kreuzt plötzlich seine Stirn. Ich frage mich weshalb und merke, dass wir gerade eine Kirche passieren. Dies scheint aufzudringen, jedoch keinesfalls. Dieses Grundvertrauen, dass Jemand aufpasst, leitet und in ihrem Leben halt gibt, beeindruckte mich.
Sonntag, Salsa und 3 Generationen..
Ich hatte das Glück einen Sonntag zu erleben, wie er kolumbianischer nicht sein kann. Mittags trifft sich die ganze Familie, 3 Generationen. Musik ist ihr Lebenselixier. Aus den offenen Fenstern dringt Salsa, füllt die Luft mit Musik. Musik macht fröhlich. Ich tanze mit der kleinsten bis hin zur Urgrossmutter. Alle scheinen den Rhythmus in mir wecken zu wollen. Ich tanze gerne. Es wird einer meiner schönsten Sonntage...
Cartagena – Bilder sagen mehr als tausend Worte...
Lass deine Bilder sprechen... Cartagena ist Photogen, keine Frage. Ich konnte keine schlechten Fotos schiessen. Egal ob in der Nacht oder am Tag, egal an welchem Ort.
Hier kann man sich inspirieren lassen. Die Altstadt ist wie gemalt, die Hauser blühen in allen Farben. Nicht umsonst wohnt hier der berühmteste Südamerikanische Poet Gabriel García Márquez sowie viele weitere berühmte Schriftsteller und Künstler.
Ich mag Orte, an dem ich der einzige Tourist bin. Dies ist in Cartagena nicht möglich. Die Schönheit dieser Kolonialstadt zieht jährlich viele Tausend Menschen an, Einheimische sowie Ausländer.
Cartagena war in der Kolonialzeit für Spanien die wichtigste Hafenstadt Südamerikas. Eine atemberaubende Festung, mit Türmen, unterirdischen Gängen und Schiessschachten, hat mich in die Geschichte zurück versetzt.
Perlen der Karibik
Nicht weit von Cartagena liegen Inseln wie Perlen im karibischen Meer. Ich durfte eine besuchen namens „Isla Rosario“, die liegt nur gerade eine Stunde vom Festland entfernt. Dort habe ich eine der schönsten Aktivitäten erlebt, die die Sprachschule „Nuevalengua“ in ihrem Programm führt. Schnorcheln im Mangrovenwald, am Korallenriff und mit riesigen Schildkröten.
Schweben wie im schönsten Traum
Nur wenn ich die Augen schliesse kann ich wieder abtauchen in diese faszinierende Welt, die intensiven Farben nochmals hervorrufen. Man gleitet träumerisch nur gerade einen halben Meter unter Wasser durch dieses komplexe Ökosystem. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, es ist wie im Traum... Das Orange, dass die Muscheln angeklammert an den Wurzeln des Mangrovenwaldes ausstrahlen, nimmt einem fast den Atem. Tauch ein, erlebe selbst und vergiss vor Schönheit nicht zu atmen...